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Vorwort von J. L. Borges

Chesterton: „Apollos Auge“

(...) Unser Band enthält die für mein Gefühl beste Geschichte Chestertons, in der er mit einem langen weißen Weg, mit weißen Husaren und weißen Rossen einen wunderschönen Schachzug aufbaut.

Ich meine The Three Horsemen of Apokalypse (Die drei Reiter der Apokalypse). In The Queer Feet (Die seltsamen Schritte) wird eine neue Art von Verkleidung erfunden; in The Honour of Israel Gow (Die Ehre des Israel Gow) ist das gespenstische Schloß in Schottland wesentlicher Bestandteil eines anscheinend unlösbaren Rätsels; in The Eye of Apollo (Apollos Auge) dient der Kult eines antiken Gottes zur Ausführung eines Verbrechens; schon der Titel The Duel of Dr. Hirsch (Das Duell des Dr. Hirsch) – deutlicher will ich nicht werden – ist ein logischer Fehlschluß.

Das alte Thema vom Doppelgänger, das Stevenson und Dostojewski zu ihren berühmten Werken angeregt hat, wird hier auf originelle Weise abgehandelt, ich will die dabei verwendeten Mittel dem Leser nicht verraten, der sie scharfsinnig mit Bewunderung entdecken wird. Die Literatur ist eine der Formen des Glücks; vielleicht hat kein Schriftsteller mir soviel glückliche Stunden bereitet wie Chesterton. Ich teile nicht seine Theologie, ebensowenig wie die hinter der Divina Commedia, beide waren für die Schöpfung dieser Kunstwerke unerläßlich. (...)