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Vorwort von J. L. Borges

Borges: „25. August 1983 und andere Erzählungen“

(...) Borges lehrt – oder wenn er nichts lehrt, so belehren ihn seine Texte –, daß es kein Ding gibt, das nicht rastloser Spiegelung und Widerspiegelung ausgesetzt wäre. In Spuren gehen, dem »Weltkreis von Symbolen« ausgeliefert sein, bedeutet für ihn, daß sich das Leben zum Typischen verdichtet. Seine dichterische Welt kennt keine Redundanz, das heißt, das Bezeichnete geht in der Beziehung vollkommen auf, es gibt keine Wiederholungen, aber der horizontalen Verkürzung entspricht eine vertikale Transparenz, die auf alles anspielt.

Jede seiner Geschichten enthält unendliche Anspielungen, bei aller Verknappung. In den Stücken des Bandes Borges und ich verzichtet Borges sogar auf das gleichnishafte Versteckspielen, wie die Philosophie auf die Metapher verzichtet. Seine dichterische Präsenz in diesem Jahrhundert übergreift Epochen und Kulturkreise, auch wenn sich Jahreszahlen und Orte nennen lassen. (...)