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Vorwort von J. L. Borges

Bloy: „Unliebsame Geschichten“

Es gibt wohl keinen Menschen, der zum Schreiben nicht einen anderen von sich abspaltet oder zumindest seine Eigenheiten und Gewißheiten übertreibt. Bernard Shaw behauptete, der berühmte G.B.S. sei nicht viel wirklicher als der Schatten einer Giraffe; der bescheidene Journalist Walt Whitman verwandelte sich zu unserem Glück in sämtliche Bewohner des Planeten, samt dem Leser; Valle-Inclán beförderte sich zum Duellanten und Aristokraten; der schwerfällige und pedantische Léon Bloy gabelte sich in zwei zornmütige Wesen:

Den Freischärler Marchenoir, der Schrecken der preußischen Armeen, und den unbarmherzigen Polemiker, den wir kennen, und der für uns heute der wahre Léon Bloy bleiben wird. Er arbeitete einen Stil aus, der, je nach unserem Gemütszustand, unerträglich oder brillant sein kann. Wie auch immer, er ist einer der lebendigsten Stile der Weltliteratur.

(...) Wells bringt es immer fertig, daß seine phantastischen Erfindungen wirklich aussehen, zumindest solange man sie liest; Bloy macht sie, wie Hoffmann und wie Poe, lieber von Anfang an wundersam. Unsere Zeit hat den Ausdruck »Schwarzer Humor« erfunden; bis jetzt hat niemand ihn mit der Vollendung und dem Wortreichtum wie Léon Bloy erreicht.