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Vorwort von J. L. Borges

Wells: „Die Tür in der Mauer “

(...) H. G. Wells vertrat die Ansicht, eine phantastische Erzählung solle nur ein einziges phantastisches Geschehen enthalten. Diese Meinung entspricht einer skeptischen Zeit, die nicht so leicht dem Wunderbaren verfällt. Er schrieb The Invisible Man, das uns einen einzigen unsichtbaren Mann vorführt; er schrieb auch The War of the Worlds, das den Überfall der Marsmenschen auf unsern Planeten zum Thema hat; aber die ungeheuerliche Idee einer ganzen unsichtbaren Armee von Marsmenschen (ein Lieblingsthema der Science-fiction) empfand er doch als unannehmbar für unsere Vorstellungskraft.

Unsere sechs ausgewählten Erzählungen verfahren nach seiner wohlbedachten Regel: Das Wundersame ihrer Phantastik ist streng begrenzt. Durch The Door in the Wall (Die Tür in der Mauer), das in London spielt, weht ein Hauch von Allegorie, wie man sie für gewöhnlich nicht mit dem Namen Wells verbindet. Es ist wohl ein Stück Autobiographie des Verfassers und wird es auch für uns alle durch die Trostlosigkeit seines Hinhaltens.

The Plattner Story (Plattners Geschichte) wie Die Zeitmaschine nutzen die aufregenden Möglichkeiten einer hypothetischen vierten Dimension. Wiederum steht der Held allein.

Eine prachtvolle Abwandlung des alten Motivs vom Doppelgänger beinhaltet The Story of the Late Mr. Elvesham (Die Geschichte des verstorbenen Mr. Elvesham); hier herrscht Grausamkeit schlechthin. (...)