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Vorwort von J. L. Borges

Saki: „Die Verschwiegenheit der Lady Anne“

Wie Thackeray, wie Kipling und wie so viele andere berühmte Engländer wurde Hector Hugh Munro im Orient geboren und erlebte in England die Trostlosigkeit einer Kindheit ohne Elternhaus, die in seinem Fall von zwei tyrannischen Tanten streng bewacht wurde. Der Name Munro ist der einer alten schottischen Familie; seinen Künstlernamen Saki nahm er aus den Ruba-ijat (das persische Wort bedeutet soviel wie Mundschenk).

Nach dem Zeugnis seiner Schwester Ethel waren die Pflegetanten, Augusta und Charlotte, beide gleich ekelhaft; der Umstand, daß sie Tiere haßten, dürfte nicht unbeteiligt gewesen sein an der Liebe, die Munro diesen stets entgegengebracht hat. In seinen Werken wimmelt es von abscheulichen, herzlosen Erwachsenen, deren bloße Gegenwart ihren Mitmenschen das Leben vergällt, und von der Freundschaft mit Tieren, in der immer etwas von Magie steckt.