14

Vorwort von J. L. Borges

London: „Die konzentrischen Tode“

Jack London wurde 1876 in San Francisco (Kalifornien) geboren. Sein wahrer Name war John Griffith; dieser gälische Name genügt, um die von H. L. Mencken geäußerte Vermutung, er sei jüdischer Abkunft, zu widerlegen, nach der alle von Städtenamen abgeleiteten Nachnamen hebräischen Ursprungs seien. Es ist behauptet worden, er sei der uneheliche Sohn eines umherziehenden Astrologen gewesen, ein prophetischer Hinweis auf sein Vagabundendasein.

Seine Schule war das untere San Francisco, »die Berberküste« genannt und verdientermaßen berüchtigt für seine Gewalttätigkeit. Später sollte er Goldgräber in Alaska sein, wie früher Stevenson in Kalifornien. In seiner Jugend war er Soldat und danach Perlenfischer, woran er sich wieder erinnern sollte, als er an den Erlebnissen von Das Haus Mapuhis arbeitete. Zu Schiff überquerte er den Pazifik bis nach Japan, wo er Robbenjäger wurde, was verboten war.

Nach seiner Rückkehr studierte er ein Semester an der Universität seiner Geburtsstadt. Dort bekehrte er sich zum Sozialismus, dessen Zeil damals die Verbrüderung aller Menschen und die Aufhebung des Privateigentums war. Er hatte sich schon als Journalist einen Namen gemacht, so wurde er als Berichterstatter in den russisch-japanischen Krieg geschickt.

Als Bettler gekleidet lernte er das Elend und die Unbarmherzigkeit in den übelsten Vierteln von London kennen. Aus diesem selbstgewählten Abenteuer sollte das Buch The People of the Pit entstehen. Seine sehr verschiedenartigen Bücher wurden in allen Sprachen übersetzt und brachten ihm ein großes Vermögen ein – ein Ausgleich für die Elendstage seiner Kindheit.

Er rüstete das Boot The Snark aus, eine herrliche Yacht, die ihn im Jahre 1900 dreißigtausend Dollar kostete. (…) Für den vorliegenden Band haben wir fünf Geschichten ausgewählt, die ebenso viele Beweise seiner Fertigkeit wie seines Abwechslungsreichtums sind. (…)