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Vorwort von J. L. Borges

Hinton: „Wissenschaftliche Erzählungen“

Wenn ich mich nicht irre, ist Edith Sitwell die Verfasserin eines Buches mit dem Titel The English Eccentrics. Niemand hätte ein größeres Anrecht auf einen Platz darin als Charles Howard Hinton. Andere suchen den Ruhm und finden ihn nicht selten; Hinton erreichte beinahe die dunkelste Vergessenheit. Er ist nicht minder rätselhaft als sein Werk.

Die biographischen Nachschlagewerke ignorieren ihn; wir haben nur einige flüchtige Bemerkungen im Tertium Organum (1920) von Ouspenky und der Geometry of Four Dimensions (1928) von Henry Parker Manning gefunden. Wells erwähnt ihn nicht; doch das erste Kapitel seines stauenswerten Alptraums The Time Machine (1895) läßt unwiderlegbar vermuten, daß er ihn nicht nur kannte, sondern daß er ihn durchgearbeitet hat, zu seinem und unserem Ergötzen.

Wir müssen darauf hinweisen, daß A New Era of Thought (1888) einen Hinweis der Bearbeiter des Buches enthält, wo es heißt: »Das Manuskript, auf dem dieses Buch aufgebaut ist, wurde uns durch seinen Verfasser (Hinton) überreicht, kurz bevor er England zu einer Reise nach einem fernen, unbekannten Ziel verließ. Er ließ uns volle Freiheit, seinen Text zu erweitern oder abzuändern, doch haben wir von dieser Erlaubnis den geringstmöglichen Gebrauch gemacht.«

Dieser letzte Satz deutet einen möglichen Selbstmord an, oder – was wahrscheinlicher wäre – ein Entweichen unseres ungreifbaren Freundes in jene vierte Dimension, die zu erahnen ihm schon, wie er selbst angibt, mittels verbissener Selbstdisziplin gelungen war. Hinton meinte, daß diese Selbstdisziplin keine übernatürlichen Fähigkeiten erforderte. (...)