J. L. Borges 30 29 28 27 26 25 24 23 22 21 20 19 18 17 16 15 14 13 12 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1
Lord Arthur Saviles Verbrechen

Band 30

„Lord Arthur Saviles Verbrechen“

Oscar Wilde

Die Tür in der Mauer

Band 29

„Die Tür in der Mauer“

Herbert George Wells

Mikromegas

Band 28

„Mikromegas“

Voltaire

Der Tischgast der letzten Feste

Band 27

„Der Tischgast der letzten Feste“

Villiers de L'Isle-Adam

Tausendundeine Nacht

Band 26

„Tausendundeine Nacht“

nach Richard F. Burton

Tausendundeine Nacht

Band 25

„Tausendundeine Nacht“

nach Antoine Galland

Die Insel der Stimmen

Band 24

„Die Insel der Stimmen“

Robert Louis Stevenson

Die Verschwiegenheit der Lady Anne

Band 23

„Die Verschwiegenheit der Lady Anne“

Saki

Russische Erzählungen“

Band 22

„Russische Erzählungen“

Fjodor M. Dostojewski, Leonid Andreev, Leo N. Tolstoi

Gast Tiger

Band 21

„Gast Tiger“

P'u Sung-Ling

Der entwendete Brief

Band 20

„Der entwendete Brief“

Edgar Allan Poe

Der Spiegel auf der Flucht

Band 19

„Der Spiegel auf der Flucht“

Giovanni Papini

Der Kardinal Napellus

Band 18

„Der Kardinal Napellus“

Gustav Meyrink

Der Schreiber Bartleby

Band 17

„Der Schreiber Bartleby“

Herman Melville

Die leuchtende Pyramide

Band 16

„Die leuchtende Pyramide“

Arthur Machen

Die Salzsäule

Band 15

„Die Salzsäule“

Leopoldo Lugones

Die konzentrischen Tode

Band 14

„Die konzentrischen Tode“

Jack London

Das Haus der Wünsche

Band 13

„Das Haus der Wünsche“

Rudyard Kipling

Der Geier

Band 12

„Der Geier“

Franz Kafka

Die Freunde der Freunde

Band 11

„Die Freunde der Freunde“

Henry James

Wissenschaftliche Erzählungen

Band 10

„Wissenschaftliche Erzählungen“

Charles Howard Hinton

Das große Steingesicht

Band 9

„Das große Steingesicht“

Nathaniel Hawthorne

Das Land des Yann

Band 8

„Das Land des Yann“

Lord Dunsany

Apollos Auge

Band 7

„Apollos Auge“

Gilbert Keith Chesterton

Der verliebte Teufel

Band 6

„Der verliebte Teufel“

Jacques Cazotte

25. August 1983 und andere Erzählungen

Band 5

„25. August 1983 und andere Erzählungen“

Jorge Luis Borges

Unliebsame Geschichten

Band 4

„Unliebsame Geschichten“

Léon Bloy

Vathek

Band 3

„Vathek“

William Beckford

Argentinische Erzählungen

Band 2

Argentinische Erzählungen

Adolfo Bioy Casares, Arturo Cancela, Pilar de Lusarreta, Julio Cortázar, Manuel Mújica Láinez, Silvina Ocampo, Frederico Peltzer, Manuel Peyrou, María Esther Vázquez

Der Freund des Todes

Band 1

„Der Freund des Todes“

Pedro Antonio de Alarcón

 

Bernhard Jäger

Bernhard Jäger, geboren 1935 in München, beginnt 1957 ein Studium an der Werkkunstschule in Offenbach am Main. Nach Abschluss des Studiums gründet er zusammen mit Thomas Bayrle eine Druckwerkstatt und 1961 den Verlag "Gulliver-Presse", der sich auf bibliophile Werkausgaben spezialisiert.

Bild: Bernhard Jäger Ab 1966 widmet sich Jäger verstärkt der eigenen künstlerischen Produktion, in deren Mittelpunkt bis heute der Mensch und seine physische und psychische Verfassung steht: Während er anfangs vor allem Farblithografien fertigt, bevorzugt er später Zeichnungen, Pastelle und Aquarelle.

1984-2000 leitet Bernhard Jäger den Unterricht der dem Frankfurter Städel angeschlossenen Abendschule. Es entstehen großformatige Öl- und Acrylbilder sowie die Prototypen: 400 piktogrammartige Figuren, die zu seinem künstlerischen Alphabet werden.

1998 ist Jäger Preisträger der Heitland-Foundation, seine illustrierten Bücher werden mehrfach von der Stiftung Buchkunst mit dem Preis "Die schönsten Bücher des Jahres" ausgezeichnet. Bernhard Jäger lebt heute als freischaffender Künstler in Frankfurt am Main.

 

Ein Werkstattgespräch mit dem Künstler Bernhard Jäger

Wie empfinden Sie die Arbeit an den Illustrationen für Die Bibliothek von Babel?

Für mich schließt sich ein Kreis. Ich habe mich in den Sechzigerjahren stark für die Phantastische Literatur begeistert. Einen Teil dieser Bücher, die Borges ausgewählt hat, kannte ich bereits. Dass die Bibliothek wieder neu aufgelegt wird, finde ich sehr interessant.

Die Bildsprache Ihrer freien Arbeiten ist doch sehr anders, als die Umschlagillustrationen zur Bibliothek von Babel.

Ja, vor sechs oder sieben Jahren hat sich meine freie Malerei sehr verändert, aber die Bibliothek kann man so nicht darstellen. Ich setze bei den Illustrationen zu Münchhausen an, die ich vor einigen Jahren für die Büchergilde gemacht habe, und führe das weiter, vor allem die Aquarelltechnik auf Papier, die zu sehr leuchtenden Farben verhilft und in der ich mich gut ausdrücken kann. Ich lege sehr viele Schichten übereinander. Nur so kann ich zu Ergebnissen kommen, die ich bejahen kann.

Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor?

Ich lese erst die Texte. Dann mache ich stenogrammartige Skizzen, Gedächtnisstützen, und daraus wähle ich etwas aus. Ich arbeite diese Skizze etwas genauer aus und wenn ich weiß, wie es in etwa aussehen soll, gehe ich an die aufgespannten Aquarellpapiere. Ich arbeite immer an zwei oder drei Aquarellen parallel. Es gibt ja zwischendurch immer Wartezeiten, die Aquarellfarbe muss trocknen, da kann ich dann an dem nächsten Aquarell arbeiten. Irgendwann ist ein Stadium erreicht, wo eines der Blätter so aussieht, als ob es gut würde. Dann arbeite ich nur noch daran weiter.

Woher kommt die Faszination für die Phantastische Literatur?

Ich habe schon als Kind viel Phantastische Literatur aus der Bibliothek meiner Eltern gelesen. Was mich sehr geprägt und begeistert hat, waren die Illustrationen von Doré. Das ist einer der großen Meister des 19. Jahrhunderts, der fast die gesamte Weltliteratur illustriert hat. Aber auch andere Künstler haben mich sehr beschäftigt, etwa Redon oder Grandville.

Können Sie die Atmosphäre der Bücher in Worten beschreiben?

Jedes dieser Bücher hat eine andere Atmosphäre. Saki beispielsweise hat eine morbid-ironisch-sarkastische Art zu erzählen. Das ist etwas, was mir liegt. Da muss man auch lachen. Borges dagegen ist hoch-intellektuell, schwer zu illustrieren. Man muss sich eine Erzählung herausnehmen, ein Schlagwort oder ein Kürzel, und darüber arbeiten. Der Schlaf und der Traum spielen eine große Rolle. Es sind Geschichten, von denen man nicht weiß, sind sie Traum oder Realität. Das realistisch darzustellen, ist unmöglich. Von allen, die ich bisher gelesen habe, ist Borges der intellektuellste, einer, der auch mit dem Genre spielt. Das ist schon toll, das ist große Literatur.

Die Fragen stellte Jürgen Sander